Berufsunfähigkeit feststellen: Wann ist man BU und wer stellt es fest?

Das Versicherungsgesetz hat eine relativ klare Regelung ab wann eine Person berufsunfähig ist. Sobald ein Arzt oder Gutachter eine Berufsunfähigkeit von mindestens 50% diagnostizieren ist man berufsunfähig. Der Gesetzgeber sieht vor, dass eine Person den zuletzt ausgeübten Beruf nicht mehr ausüben kann und dass die Person mindestens für 6 Monate nicht in der Lage ist ihrer Arbeit nachzukommen.

Wer kann die Berufsunfähigkeit feststellen?

Berufsunfähigkeit feststellen
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Die Berufsunfähigkeit wird durch einen Arzt festgestellt. Dieser wird dabei verschieden Diagnosen und Befunde zusammentragen. Auf Basis dieser Akten entscheiden dann die Leistungsprüfer der Versicherer ob eine Berufsunfähigkeit vorliegt. Im Zweifel wird ein externer Gutachter zu Rate gezogen. Aus Kostengründen erfolgt diese jedoch nur, wenn anhand der Aktenlage keine klare Entscheidung getroffen werden kann.

Bei einer solchen Prüfung wird unter anderem aber geprüft ob die gesundheitlichen Angaben bei Abschluss des Vertrages richtig waren. Die Leistungsprüfer haben nämlich den Auftrag möglichst wenig oder am besten gar nicht zu bezahlen falls die Person verweisbar ist oder sogar falsche Angaben gemacht hat. In diesem Fall liegt ein Vertragsverstoß vor und der Versicherer muss nicht zahlen. Aus diesem Grund reicht die Diagnose eines Arztes allein nicht aus um als Berufsunfähigkeit anerkannt zu werden.

Gibt es eine gesetzliche BU Rente?

Bis zum Jahr 2001 gab es sogar noch einen gesetzlichen Anspruch auf eine Rente bei Berufsunfähigkeit. Dieser wurde aber gestrichen und nunmehr durch die Erwerbsminderungsrente ersetzt. Da jedoch die Erwerbsminderungsrente wesentlich schwer zu bekommen ist, wird jedem Verbraucher empfohlen eine private Berufsunfähigkeitsrente abzuschließen. Die Erwerbminderungsrente bekommt nämlich nur derjenige, der in gar keinem Beruf mehr tätig sein kann. Zudem zahlt eine private Berufsunfähigkeitsrente auch im Falle einer psychischen Erkrankung.

Wann leistet die private Berunfsunfähigkeitsrente nicht?

Aber nicht immer leistet eine Berufsunfähigkeitsversicherung, denn die privaten Versicherer können Ihr Tarifwerk selbst bestimmen und so beispielweise eine abstrakte Verweisung in den Vertragsklauseln einsetzen. Dies würde bedeuten, dass eine Person, die den aktuellen Beruf nicht mehr ausüben kann, dann aber in einen anderen Beruf verwiesen werden kann und somit nicht mehr berufsunfähig ist. Kann zum Beispiel ein Handwerker keine körperlichen Tätigkeiten mehr ausüben, so könnte er auf eine Bürostelle in seinem Unternehmen verwiesen werden.

Um nicht in einen Ersatzjob verwiesen zu werden, sollten Verbraucher darauf achten, dass in Ihren Vertragsbedingungen folgender Satz steht:

„Vollständige Berufsunfähigkeit liegt vor, wenn der Versicherte infolge Krankheit, Körperverletzung oder Kräfteverfalls voraussichtlich oder tatsächlich für mindestens sechs Monate außerstande ist, seinen Beruf auszuüben. Berufsunfähigkeit liegt nicht vor, wenn der Versicherte eine andere, seiner Ausbildung, Erfahrung und bisherigen Lebensstellung entsprechende berufliche Tätigkeit tatsächlich ausübt.“