Berufsunfähigkeitsversicherung – ja oder nein?

Für viele Berufstätige stellt sich die schwierige Frage, ob man eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) abschließen sollte oder nicht. Überwiegen doch die Vorteile im Falle eines Falles enorm, aber man braucht eine wirklich gute Versicherung, die im Schadensfall auch zahlt.

Die Vor- und Nachteile einer Berufsunfähigkeitsversicherung im Überblick

Es ist möglich, Ihre Berufsunfähigkeit zu versichern. Das macht Ihre Zukunft planbarer und es steigert Ihr Sicherheitsgefühl, wenn Sie wissen, Sie können sich und Ihre Familie vor den Folgen einer Berufsunfähigkeit schützen. Sie können die befürchtete Lücke in Ihren Finanzen schließen.

  • Wenn Sie schon in jungen Jahren eine BU abschliessen, zahlen Sie günstigere Beiträge.
  • Eine BU zahlt unabhängig vom Grund der Berufsunfähigkeit. Auch psychische Erkrankungen, wie Burnout, sind ebenso abgesichert.
  • Eine BU zahlt schon bei 50 Prozent Berufsunfähigkeit.

Die Nachteile sind auch deutlich

  • Die Kosten für eine BU fallen monatlich an und belasten Ihr Haushaltsbudget.
  • Ihr Alter bei Eintritt in den Versicherungsvertrag darf nicht zu hoch sein.
Berufsunfähigkeitsversicherung - ja oder nein?

Quelle: pixabay.com

Wenn Sie, weiblich oder männlich, über 40 Jahre alt sind, und schon öfter beim Arzt waren, zählt die Versicherung im Schadensfall alles zusammen, was vorgelegen hat und es kann unter Umständen zur Nicht-Bewilligung kommen. Vorerkrankungen oder Krankenhausaufenthalte machen die Beiträge teurer.

Wenn Sie eine Frau sind, über 40 Jahre alt, besteht das „Risiko“, dass sie noch schwanger werden und dass Sie schon Krebs bekommen können, was beides ein Gesundheitsrisiko darstellt. Diese Tarife sind besonders teuer.

Es kommt auf die Risikogruppe Ihres Berufes an, den Sie zum Zeitpunkt des Abschlusses ausübten und ob das noch derselbe Beruf ist beim eingetretenen Schadensfall. War der Beruf bei Abschluss der BU eher ein gefahrloser Bürojob und haben Sie später gewechselt in den Außendienst für Schwerlastkräne und sind einem höheren Risiko ausgesetzt, kann das gegen Sie verwendet werden.

Absolute Ehrlichkeit bei den Gesundheitsfragen ist unabdingbar. Sie sollten sich von Ihrem Versicherungsvertreter und von Ihrem Hausarzt gut beraten lassen. Diagnosen vom Arzt müssen fachgerecht angegeben werden. Wenn ein Schadensfall eingetreten ist, überprüfen die Versicherer Ihre Angaben.

Achten Sie auf das richtige Preis-Leistungs-Verhältnis.

Achten Sie darauf, bis wann Sie einzahlen dürfen, ist mit 60 Jahren bereits Schluss mit dem Versicherungsschutz. Wie sichern Sie die Jahre bis zum Rentenalter, beispielsweise bis 67 Jahren ab?

Bedarfsermittlung: Ist die Lücke mit 1.000 Euro BU-Rente geschlossen? Was ist, wenn Ihr monatlicher Bedarf bei 3.000 Euro liegt? Dann müssten Sie für eine BU mit mindestens 2.000 Euro BU-Rente bezahlen. Wer nicht mehr arbeiten kann, braucht evtl. kein Auto mehr, die Fahrtkosten zur Arbeitsstelle fallen weg, das spart Geld, aber reichen Ihnen 2.000 Euro aus einer BU-Rente?

Haben Sie an die Inflation gedacht? Der Wert des Geldes nimmt ständig ab.

Achten Sie auf den richtigen Tarif ohne die sogenannte „abstrakte Klausel“, damit man Ihnen nicht als Berufsunfähiger unzumutbare Arbeit theoretisch zutraut. Angenommen Sie erleiden einen Wirbelsäulenschaden und können weder in Ihrem, noch in einem anderen Beruf schmerzfrei arbeiten, dann ist es auch unzumutbar, den ganzen Tag zu sitzen.

Wer eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließt, sollte gleichzeitig eine Rechtsschutzversicherung abschließen. Sie könnten Sie brauchen.