Gesundheitsfragen bei der Berufsunfähigkeitsversicherung

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist für jeden sinnvoll, der sich vor finanziellen Schwierigkeiten im Fall einer Berufsunfähigkeit schützen will. Dabei ist eine solche Versicherung umso wichtiger, je höher die gesundheitlichen Risiken in einem bestimmten Beruf sind. Doch beim Abschluss der Versicherung gibt es, wie bei jeder anderen Versicherung auch, gewisse Hürden, die der angehende Versicherungsnehmer überwinden muss.

Eine Versicherung ist ein gewinnorientiertes Unternehmen, welches mehr Geld erwirtschaften muss, als es ausgibt. Im Rahmen der Risikobewertung erfolgt eine Gesundheitsprüfung mit einer Reihe von Gesundheitsfragen. Diese helfen der Versicherung dabei einzuschätzen, wie wahrscheinlich es ist, dass ein Versicherungsnehmer anstatt über viele Jahre hinweg Beiträge zu zahlen, die Leistungen der Vericherung durch eine eingetretene Berufsunfähigkeit und somit den Versicherungsfall beanspruchen wird. Die darauf beruhende Risikobewertung hat einen maßgeblichen Einfluss auf die Höhe der Beiträge, welche die Versicherung vom Versicherungsnehmer verlangen wird.


Welche Fragen werden gestellt?

Die Frage nach den genauen Fragen lässt sich nicht allgemein beantworten. Jede Versicherung fragt andere Dinge und selbst bei vermeintlich gleichen Fragen nutzen die Versicherungen etwas abgeänderte Formulierungen. Wer hier nicht genau aufpasst, kann eine Frage schnell missverstehen und falsch beantworten. In Grenzfällen kann dies sogar ausschlaggebend sein, ob eine Versicherung den potentiellen Versicherungsnehmer versichert oder ablehnt.

Ganz allgemein gesprochen werden bei den Gesundheitsfragen hauptsächlich Vorerkrankungen der letzten Jahre geprüft. Dazu zählen Erkrankungen der Atemwege (inklusive Heuschnupfen), der Augen, der Ohren, des Herz-Kreislauf-Systems, der Harnwege, der Geschlechtsorgane (inklusive Komplikationen bei Geburten), des Stoffwechsels (z.B. Diabetes und Cholesterin), des Rückens und des übrigen Bewegungsapparates (sowohl Skelett als auch Muskulatur, Sehnen, Bänder, Rheuma, Gicht), der Haut, der Drüsen, des Gehirns und Nervensystems, sowie Infektionskrankheiten, Tumorerkrankungen (gutartig und bösartig) und psychische Erkrankungen.

Auch Fragen nach gesundheitsschädlichen Verhaltensweisen wie exzessivem Alkoholkonsum, Drogenkonsum und Selbstmordversuchen, nach regelmäßiger Einnahme von Medikamenten sowie stationären Behandlungen kommen vor. Auch vergangene Zeiträume von Berufsunfähigkeit sowie Behinderungen werden abgefragt. Letztlich wird auch nach dem BMI gefragt.

Berufsunfähigkeitsversicherung ohne Gesundheitsfragen

Wer eine Anfrage stellt, muss die Gesundheitsfragen vollständig und wahrheitsgemäß beantworten, da es sich sonst um Versicherungsbetrug handelt und im Falle des Bekanntwerdens die vereinbarten Leistungen nicht erbracht werden würden. Wer vorhersehen kann, dass er viele der Fragen mit Ja beantworten müsste, sollte eine anonyme Anfrage stellen. Dies schützt vor einer Ablehnung, welche sich negativ auf zukünftige Anfragen auswiken kann.

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit eine vereinfachte Gesundheitsprüfung zu durchlaufen oder bei einer Versicherung ohne Gesundheitsprüfung anzufragen. Beide Varianten erhöhen die Chance auf einen erfolgreichen Abschluss der Versicherung. Doch hat dies bedeutende Nachteile. Einerseits kann die Versicherung den Umfang von Leistungen reduzieren. Andererseits können die Beiträge deutlich höher ausfallen, da die Versicherung nicht genau weiß, worauf sie sich einlässt und sich möglichst gut absichern will.

Sonstiges

Zwei Punkte sind über die Gesundheitsfragen hinaus von großer Bedeutung. Zum einen sollte die Rentensumme mindestens rund 1000 EUR betragen, da die Grundsicherung mit der Berufsunfähigkeitsversicherung in Wechselwirkung steht. Die Klausel „Verzicht auf abstrakte Verweisung“ schützt den Versicherungsnehmer davor, dass die Versicherung ihn dazu drängt in einen anderen als den erlernten Beruf zu wechseln, dessen Ausübung nicht von der Berufsunfähigkeit betroffen wäre.

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